Heute war so ein Tag, an dem mein Körper ziemlich deutlich gesagt hat: Schau hin.
Eigentlich hatte ich etwas ganz anderes vor. Mein Tag war geplant, ziemlich genau sogar. Ich wollte loslegen, arbeiten, meinen Shop weiter aufbauen, mein neues Business voranbringen. Der Araber in mir stand schon startklar am Tor und wollte losrennen.
Und dann ging es einfach nicht.
Meine Augen waren am Morgen knallrot. Sie hatten am Abend vorher schon gebrannt, über Nacht kam dann diese richtige Entzündung dazu. Nicht schlimm im Sinne von Schmerzen, aber deutlich sichtbar. Rot, gereizt, mit diesen kleinen Ablagerungen, die man eben kennt, wenn die Bindehaut rebelliert. Gleichzeitig fühlte ich mich erschöpft, innerlich aufgewühlt und im Solarplexus war dieses unangenehme Gefühl, als würde da jemand herumrühren.
Natürlich habe ich zuerst ganz praktisch geschaut. Ich hatte Augentropfen benutzt, die schon länger offen waren. Eigentlich nur befeuchtende Tropfen, weil die Augen vorher schon gereizt waren. Vielleicht waren sie nicht mehr ganz in Ordnung. Also fliegen sie weg. Ganz einfach.
Und trotzdem wusste ich ziemlich schnell: Da ist noch etwas anderes.
Ich sehe meinen Körper schon lange ein bisschen wie ein Auto. Wenn dort eine rote Warnleuchte aufblinkt, würde ich ja auch nicht sagen: Ach, die Lampe stört mich, kleben wir sie einfach ab.
Ich würde schauen, warum sie leuchtet.
Genau so gehe ich inzwischen mit meinem Körper um.
Nicht jedes Symptom hat automatisch einen seelischen Hintergrund. Manchmal ist es eine Infektion, manchmal ein Medikament, manchmal etwas ganz Banales. Aber ich habe in meinem Leben einfach zu oft erlebt, dass Körper und Seele nicht getrennt voneinander arbeiten.
Und gestern war ich richtig wütend.
Es ging um etwas, das eigentlich längst erledigt sein sollte. Ich hatte mich erklärt, hatte geschrieben, hatte meinen Standpunkt klar gemacht. Und trotzdem kam wieder etwas zurück, als hätte niemand mein Schreiben überhaupt gelesen. Dazu noch eine zusätzliche Gebühr.
Mein erster Gedanke war ungefähr: Das kann doch wohl nicht wahr sein.
Ich war stinkesauer.
Ich hätte am liebsten noch etwas zurückgeschrieben. Irgendeinen schönen Kommentar. Vielleicht auch etwas leicht Giftiges auf die Überweisung.
Und dann habe ich plötzlich gedacht: Wozu eigentlich?
Was bringt mir das?
Ich habe das Geld heute Morgen kommentarlos überwiesen und damit entschieden: Schluss. Fertig. Ich will meine Energie da nicht mehr hineinstecken.
Und genau da wurde es interessant.
Denn die Wut war mit der Überweisung natürlich nicht automatisch weg.
Als ich mich später hingelegt habe, kamen plötzlich noch ganz andere Situationen hoch. Alte Erinnerungen. Dinge, bei denen ich heute denke: Wie konnte das damals überhaupt passieren?
Und vor allem dieser eine Satz: Ich konnte mich nicht wehren.
Das war eigentlich der Kern.
Nicht nur das, was andere gemacht haben, sondern dieses Gefühl, damals nicht reagieren zu können. Dinge mit mir machen zu lassen, obwohl innerlich längst alles Nein geschrien hat.
Und da war sie wieder, diese Wut: Nicht klein, nicht vernünftig, sondern richtig kräftig.
Und plötzlich passten auch meine Augen für mich in dieses Bild.
Ich hatte am Morgen schon gedacht, als ich in den Spiegel sah: Meine Güte, meine Augen sehen traurig aus.
Später habe ich noch einmal in einem alten Buch nachgesehen, in dem körperliche Symptome vor allem symbolisch betrachtet werden.
Und da stand bei den Augen sinngemäß die Frage: Habe ich etwas gesehen, das mich wütend gemacht hat?
Das Buch, von dem ich hier erzähle
Metamedizin. Jedes Symptom ist eine Botschaft von Claudia Rainville

Ich habe dieses Buch schon länger und schaue immer wieder einmal hinein, wenn mich die symbolische Sicht auf körperliche Symptome interessiert.
Wenn du selbst einmal darin stöbern möchtest,
findest du das Buch hier
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Und wie ist es bei dir?
Kennst du solche Momente, in denen dein Körper deutlicher spricht als dein Terminkalender?
Wenn du magst, erzähl mir davon in den Kommentaren. Manchmal hilft schon das Aussprechen dabei, einen Gedanken ein kleines Stück leichter werden zu lassen.
Der Leuchtturm leuchtet. Den Weg gehst du selbst.
Nimm dir mit, was dir heute gut tut.

[…] kleines Warnlämpchen deines Körpers, das sagt: Schau bitte einmal genauer […]